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046_menschlich

zuletzt aktualisiert  
am: 29.02.2008  

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Zur Gruppenhaftigkeit des Menschen

Die Evolution hat den Menschen zu einem Gruppenwesen entwickelt. 

Unserer genetische Ausstattung erwartet sozusagen, dass wir als Menschen,  auf ein Umfeld stoßen, innerhalb dessen es uns möglich sein würde,  erfolgreich zu agieren, weil wir dazu in der Lage sind

  • handlungsorientiert zu denken und zu kooperieren,

  • uns miteinander kommunikativ, über unsere Wahrnehmungen und Ideen, austauschen zu können und

  • als ein anerkanntes Mitglied in die Gruppe integriert zu sein.

Die komplexität der inneren Zusammenhänge dieser "Modell-Gruppen"-Perspektive kann und soll hier nur angedeutet werden. Das "Ganze" ist sowohl als Ganzes, wie auch in der Summe seiner Teile, nicht  ganz einfach zu durchschauen.

Unser menschliches  "Betriebssystems" (für Gruppen), wird uns bei unserer "Auslieferung" gewissermaßen schon "vorinstalliert" bei unserer Geburt mitgeliefert.

Als Gruppen-Wesen "funktionieren" wir am besten, wenn wir mit einer kleinen Anzahl anderer Träger dieses "Betriebssystems" vernetzt sind.

Betrachtet man, diese in jedem von uns genetisch fixierten Möglichkeiten und Vorausetzungen,  Probleme gemeinsam  in einer (kleinen) Gruppe zu bewältigen, als  etwas ursprünglich "Ganzes", so ergibt diese "Modell-Gruppen"-Perspektive auch einen neuen Sinnzusammenhang für das einzelne Individuum in der heutigen Massengesellschaft.

Solange sich das Interesse dieser gedachten (kleinen) Modell-Gruppe auf ihre eigenen Belange richtet, wie z.B. bei Schrebergärtnern und Sportvereinen etc. ist alles klar und einfach.

Innerhalb dieser Klein-Gruppen-Zusammenhänge definieren die Mitglieder sich und ihre Anliegen auf eigenständige und   interaktive Weise gegenseitig selbst. 

Diejenigen, die die Entscheidungen getroffen haben, sind von den darauß folgenden Konsequenzen  auch selbst betroffen.

Die strukturelle Eigenheit von Gruppenzusammenhängen, bieten zwar einerseits die beste Voraussetzung für eine problemlösungsorientierte Interaktion zwischen Menschen.

Sie birgt jedoch zugleich die Gefahr der "Überdehnung" und "Anmaßung" in sich, wenn wir versuchen uns auf unreflektive und kleingruppenhafte Weise, auf gesellschaftliche Makro-Strukturen einzuwirken. 

Das Ziel und der Weg dahin sind es, Strukturen zu bauen und Rahmenbedingungen zu setzen, innerhalb derer wir uns als Menschen bestmöglich entfalten können, um so die Krise der Gesellschaft zu überwinden.


Die Rückbindung an die Gruppe


 

 religio

Die Welt aus der Gruppen-Perspektive betrachtet

Das Wort religio hatte im Lateinischen die unterschiedlichsten Bedeutungen: "Gottesfurcht", "Frömmigkeit", "Heiligkeit", aber auch "Rücksicht", "Bedenken", "Skrupel", "Pflicht", "Gewissenhaftigkeit""Aberglaube"

oder

Nach Cicero (De Natura Deorum 2, 72; 1. Jh. v. Chr.) geht religio zurück auf relegere, was wörtlich "wieder auflesen, wieder aufsammeln, wieder aufwickeln", im übertragenen Sinn "bedenken, Acht geben" bedeutet. 

Etwa 350 Jahre nach Cicero führt der christliche Apologet Lactantius (Divinae Institutiones 4, 28) das Wort religio dagegen zurück auf religare: "an-, zurückbinden". Mögliche ursprüngliche Bedeutungen von "Religion""frommes Bedenken" oder die "Rückbindung" an einen von Gläubigen an- bzw. wahrgenommenen universellen göttlichen Ursprung oder an sonstiges Höheres."

sind demnach


Als "Rückbindung" an ein "sonstiges Höheres",  könnte beispielsweise auch die genetisch fixierte, emotionale Bindungsbereitschaft an andere Gruppenmitglieder, bzw. an die  Gruppe gesehen werden. Das Gefühl von Empowerment  wäre nach dieser Betrachtungsweise eine Reaktion unseres menschlichen "Gruppen-Belohnungssystems", welches nach einem  gelungenen kommunikativen Abstimmungs- und "Ver-Handlungs-Prozess" einen inklusiven Impuls zum gemeinsamen Handeln  verstärkt. Gruppenmitgliedern zugleich ein (gemeinsames) Gefühl vermiitelt, nicht nur "befähigt zu sein" zu handeln, sondern sich auch stark und ermächtigt zu fühlen, diesem sich gruppenhaft vertstärenden Impuls,  durch gemeinasames Handeln, auszuagieren.

Das Bedürfnis und die Fähigkeit zum  "Empowerment"  und der damit einhergehenden "Rückbindung" an etwas Höheres,- nicht nur der Gruppe, sondern z.B. auch einer gemeinsamen  Aufgabe oder Idee, scheint z. Z. ,  innerhalb unserer säkularen, gesellschagftlichen Makro-Strukturen, nicht (mehr) hinreichend befriedigt  werden zu können.



Falls Gott die Welt geschaffen hat,
war seine Hauptsorge sicher nicht,
sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.

Albert Einstein
14.03.1879 - 18.04.1955
deutscher Physiker und Nobelpreisträger


Ein oft problematisierter Aspekt dieser Aussage Einsteins, ist die scheinbar im Widerspruch zu einer "göttlichen Schöpfung" stehende Evolutionstheorie.

Viele Gläubige scheinen die eigene mentale Begrenztheit als
Glaubensmaßstabmaßstab für alle anderen setzen zu wollen.   Auf diese Weise, gewissermaßen ausschließlich den  "handwerklichen" Schöpfungsfähigkeiten Gottes zu huldigen, bedeutet jedoch zugleich die Schöpfungskompetenzen Gottes, bezogen auf sehr viel komplexere Entwicklungssysteme, wie z.B.  dem der  Evolutionstheorie, zu entwerten, bzw. zu negieren.
Wenn Gott die Welt erschaffen hat, weshalb soll er sie nicht zugleich auf ebenso bescheidene, wie geniale Weise erschaffen haben, indem er sie so angelegt hat, dass ihren Geschöpfen die Freiheit gegeben ist, sich nach evolutionären Gesetzmäßigkeiten selbst weiter zu entwickeln.


DIE ZEIT vom 14. September 2006 / Nr. 38 WISSEN / Seite 43
Ethik ohne Gott
von Philip Kitcher
» ethik_ohne_gott.pdf


Schimpansen können selbstlos sein

Altruismus gibt es demnach nicht nur bei Menschen

Berliner Zeitung  vom 27.06.2007
Wissenschaft - Seite 12

Kerstin Viering

 

Prinzip Menschlichkeit
von Joachim Bauer


Aus einer Rezension des humanistischen Pressedienst Evolutionstheorie
28 Nov 2006 -10:07 Nr. 595

Fazit:

Die Erkenntnisse der Neurobiologie lassen hoffen:

nicht die Religionen, noch die hehre Vernunft  sind es, die den Menschen zum „menschlich" sein erziehen müssen.

Die humanistischen Prinzipien und Werte haben ihre Grundlage im Gegenteil im Wesentlichen in der angeborenen Natur des Menschen.

Sie erhalten somit ihre Legitimation über den einfachen Anspruch, dieser Natur auch gerecht zu werden.

Zum einen wäre es daher notwendig, die angeborene Natur des Menschen und die daraus erwachsenden Bedürfnisse zu erkennen, und zum anderen, sie in der Erziehung nicht zu unterdrücken, sonder frei zur Entfaltung zu bringen.

Vielleicht ist dies die wichtigste Erkenntnis, die sich aus „Prinzip Menschlichkeit" ziehen lässt.

Anna Ignatius

Zur Internet Seite von Prof. Dr. med. Joachim Bauer, Freiburg

Lob der Schule
Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern




Übersetzung einiger Folien und Übersichten aus dem Trainings-Manual von
Norm Green

¨Kooperatives Lernen bedeutet, dass sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig bei der Arbeit unterstützen und gemeinsam zu Ergebnissen gelangen.

Dies geschieht in Partner- oder Gruppenarbeit .

In gut strukturierten Lerngruppen wird unter Zuhilfenahme von zahlreichen Methoden ein hohes Aktivierungsniveau der Lernenden erreicht mit nachhaltigen Erfolgen im kognitiven Bereich.

Problemlöse- und Sozialkompetenz werden gleichermaßen aufgebaut und führen häufig zu einem positiveren Selbstbild der Lernenden. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in Gruppen ist das Schaffen eines förderlichen sozialen Klimas mit positiven Abhängigkeiten unter den Gruppenmitgliedern.¨