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«  home Aktuelles Bei Gattels VNP/pa58 Perspektiven Mitte
zuletzt aktuallisiert am 2.09.2009    

Afrika-Wochen im Soldiner Kiez



ADRESSEN

BackYard
Koloniestr. 131
13359 Berlin
Tel.: 0172-1346804
backyardwedding65@yahoo.de
www.koloniewedding.de/backyard

DiVOT-Unternehmensgesellschaft
(Geschäftsführerin: Victoria Baxter)
c/o Christiania
Osloer Str. 16-17
13359 Berlin
Tel.: 0177-8330221

Forum Soldiner Kiez
Prinzenallee 45c
13359 Berlin
Tel.: 030/55958597
soldinerkiez@gmail.com
soldinerkiez.googlepages.com

Galerie "Eiswürfel"
Soldiner Str. 41
13359 Berlin
Tel.: 0176-20468160
g.eiswuerfel@web.de
www.koloniewedding.de/eiswuerfel
Glaskasten/ "Relais de Savanne"
Prinzenallee 33
13359 Berlin
Tel.: 030/49307917
www.d-tf-berlin.de
www.glaskasten.com

Cafe der Nachbarschaftsetage
in der Fabrik Osloer Straße
Osloer Str. 12
13359 Berlin
Aufgang B, 1. Etage
030/4939042
www.nachbarschaftsetage.de

prima center berlin
Biesentaler Str. 24
13359 Berlin
Tel.: 0151/16620265
www.prima-center.net

Stephanuskirche
Soldiner Str. 21
13359 Berlin
panke@kirche-wedding.de

sumpfhahn
Koloniestr. 38
13359 Berlin
Tel.: 030/49913679
www.koloniewedding.de/sumpfhahn

Konzeptionelle Vor-Überlegungen zum  Projekt „FERNWEH“, welches  (ca. 1988) als  Zweck der Gattel-Stiftung vorgeschlagen wurden.

Nach der Fusion des VNP (Verein Nachbarschaftshaus Prinzenallee) mit der „Nachbarschaftsetage Fabrik Osloer Straße“ werden die Räume durch die PA58 (Genossenschaft Prinzenallee 58)  neu vergeben.

Anzeige:

Viel barrierefreier Raum in Mitte – Wedding – Genossenschaft Prinzenallee 58 in Selbstverwaltung 


383 qm in Hausprojekt zu vergeben: Rollstuhlgerechte Räume - Kulthalle, Büro und Café mit Sommerterasse - suchen neue BetreiberInnen, bevorzugt sozial-kulturelles Projekt.

4,35 Euro/qm
( = 1 666,05€/monatl.)

plus Genossenschaftsanteile
(15.600 Euro.)

Anfragen an: E-Mail pa58.erdgeschoss@googlemail.com

Erste konzeptionelle Überlegungen gehen dahin, dass die (noch zu gründende) Gattel-Stiftung als Bürgerstiftung für Berlin Mitte diese Räume übernehmen könnte.

Im Rahmen des Projektes „FERNWEH“ könnten die Räume dann, jeweils nach einem Jahr wechselnden  Fernweh-Projektgruppen als „Gast-Kultur-Stätte" zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Infos zum Thema "Bürgersstiftung im Wedding" u. a. :
http://gattel-stiftung.de/de/050_mittenetze.html


Beschreibung eines neuen Projektes der Gruppe "Club 65"
(ca. Mai 1987)

Wir waren 10-12 Rollstuhlfahrer. Gekannt haben wir uns durch die Aktion "Rollschiebedienst" der Diakonie-Sozialstation Gesundbrunnen.
Wir beschlossen, eine Gruppe zu gründen und uns einmal in der Woche zu treffen, um unsere Probleme gemeinsam zu lösen zu versuchen und auch einmal zusammen fröhlich zu sein und zu lachen.
Wir suchten uns einen Raum. Er mußte ja behindertengerecht sein. Durch Zufall erfuhren wir von dem Nachbarschaftshaus Prinzenallee.

Wir meldeten uns an und fuhren hin. Dort angekommen wurden wir von dem Leiter des Nachbarschaftshauses mit selbst gebackenen Kuchen herzlich begrüßt. Es entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch. Der Leiter sagte uns, daß eine Veranstaltungsreihe geplant sei, in der unter dem vorläufigen Arbeitstitel "FERNWEH" in zweimonatiger Folge fremde Länder vorgestellt werden sollen. Die Räume des Cafés sollen jeweils umgestaltet werden. In den Veranstaltungsreihen soll es zu Begegnungen zwischen in Berlin lebenden Ausländern aus den entsprechenden Ländern, deutschen Experten sowie Behinderten und Nichtbehinderten kommen. 

Film- und Musikveranstaltungen mit einem gleichzeitigen Angebot von Alltagskost oder kulinarischen Genüssen aus den vorzustellenden Ländern sollen regelmäßig stattfinden. 

Die Grundidee ist, daß es für Behinderte besonders attraktiv ist, Sitten, Gebräuche und Menschen aus Ländern kennenzulernen, in die sie kaum als Reisende gelangen werden, daß ein qualitativ hochstehendes Programm in dieser Richtung aber auch für so viele Nichtbehinderte genügend Anziehungskraft hätte, um die Veranstaltungen zu wirklichen Treffpunkten für Behinderte und Nichtbehinderte werden zu lassen.

Wir hoffen, an allen Veranstaltungen teilnehmen zu können, doch durch die Einschränkungen der Telebusfahrten versucht man, uns in die Isolation zurückzudrängen.

Veranstaltungsort
NACHBARSCHAFTSHAUS PRINZENALLEE

Tel. 493 64 32   
Hofgebäude Prinzenrolle 58
1 Berlin 65
(Die Vorbereitungsgruppe trifft sich jeden Donnerstag nachmittags ebd.)

  1987-06-fernweh_a.pdf [ 2.031KB]
  1987-06-fernweh_b1.pdf [1.696 KB]
  1987-06-fernweh_b2.pdf [1.562 KB]

Auszug aus der Broschüre von 1987

Kennen Sie ein Haus mit 100 Bewohnern,
die seit sechs Jahren zwie- und einträchtig in Eigenverwaltung miteinander leben und arbeiten?

1987_broschuere_03.pdf [993 KB]  Seite 3

- Die „Gruppe 65", ein Zusammenschluß von Rollstuhlfahrerlnnen aus den umhegenden Häusern und der weiteren Umgebung trifft sich wöchentlich im Nachbarschaftshaus im Erdgeschoß. Sie plant und organisiert das Projekt „Fernweh".

-    Im Rahmen des Projekts „Fernweh" werden in zweimonatiger Folge unterschiedliche Länder vorgestellt, gibt es 14-tägig an den Wochenenden Veranstaltungsreihen mit Filmen, Vorträgen, Kultur und Kost aus dem jeweiligen Land, kommt es zu Begegnungen mit Angehörigen kultureller Minderheiten, die in Berlin leben.

-    Das Nachbarschaftshaus Prinzenallee ist mit seinem Cafè mit Terrasse, einer großen Küche, einer Veranstaltungshalle, einem Massage- und Gruppenraum Treffpunkt und Aktivitätenraum für Haus- und Kiezbewohner. Hier finden Theater- und Musikveranstaltungen statt, Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge und Versammlungen zu sozialpolitischen und kulturellen Themen, hier treffen sich Arbeits- und Freizeitgruppen und werden Feste gefeiert.

-    Um auch behinderten Menschen die Beteiligung an allen Aktivitäten zu ermöglichen, ist das Nachbarschaftshaus rollstuhlgerecht geplant und ausgebaut worden, soweit es unsere Mittel erlaubten. Der Eingang ist über eine Rampe zu erreichen, die Mehrzahl der Räume ist durch breite, schwellenlose Zugänge befahrbar, es gibt eine rollstuhlgerechte Damen- und Herrentoilette. Wir planen, auch geistig behinderte Menschen für Aktivitäten zu gewinnen.


1987_broschuere_01.pdf [1.078 KB]
1987_broschuere_02.pdf [1.286 KB]
1987_broschuere_03.pdf [993 KB]
1987_broschuere_04.pdf [1.066 KB]

Auszüge aus dem

Brief an den Kreiskirchenrat Wedding

Berlin, 1.09.1989

(...)  Seite 4-6

"Als formale Voraussetzung zur Gründung einer Stiftung ist es notwendig, daß als Stiftungsmasse eine Geldsumme von mindestens 100.000 DM zur Verfügung steht.

Mit diesem Geld (um das ich mich bemühen werde) könnte es gelingen, zunächst die Stiftung zu gründen. Gleichzeitig könnte die "Gattel-Stiftung" selbst den Anspruch erheben, das Grundstück Prinzenallee 58 als Stiftungsmasse vom Land Berlin zu übernehmen.

Der Stiftungszweck sollte wie folgt formuliert werden. 

Im Sinne des §10 Abs. l EStG. ist der Zweck der Stiftung (12) "die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens".

Insbesondere sollte die Stiftung die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen in Form von Veranstaltungsreihen fördern, die alle Aspekte umfassen können, die dazu geeignet erscheinen, anderen die eigene Kultur (Heimat, Politik, Wissenschaft, Kunst, Geschichte usw.) zu vermitteln. Die Verteilung der Kompetenzen sollte so angelegt sein, daß der jeweiligen Kulturgruppe möglichst viel Handlungsspielraum zur Verfügung steht, ihre künstlerischen Ideen durchzuführen. 

Die Aufgabe des Kuratoriums wäre es die Geschäftsführung des Vorstandes zu überwachen.
Es hat die Verwaltungsrechnung des Vorstandes zu prüfen und über dessen Entlastung alljährlich zu berichten. Das Kuratorium bestellt den Vorstand.
Ein Kuratoriumsmitglied kann nicht gleichzeitig Vorstandsmitglied sein.

Da ich eine möglichst, vielfältige Darstellung der einzelnen Länder in Form von Veranstaltungsreihen für wünschenswert halte, sollte das Kuratorium meiner Meinung nach mit Vertretern oder Einzelpersonen verschiedenster Organisationen besetzt werden.

In diesem Zusammenhang gedenke ich anzusprechen; Caritas, Arbeitsgemeinschaft Solidarische Welt e. V. , Cultur Cooperation e. V. , Stiftung Umverteilen, H D K, B A Z, ,Paritätischer Wohlfahrtsverband, Verband für sozialkulturelle Arbeit, u.a.m.

Ich teile mit der Kreissynode Wedding die Besorgnis über die gerade im Wedding wieder auflebende Ausländerfeindlichkeit und nationalsozialistische Bestrebungen und möchte mich wie Sie dafür einsetzen, "daß eine fremdenfreundliche Haltung ein wichtiger Teil unserer eigenen Identität werden soll."

Meiner Meinung neigen wir Deutschen, in der Unsicherheit im Umgang mit unserer Geschichte jedoch häufig dazu, unseren Mangel an Identität dadurch auszugleichen, daß wir die "Schuld" an unserer "Vergangenheit" auf andere abschieben.

Ist es wirklich ernsthafte Besorgnis um unsere Demokratie, oder echte Empörung über menschenverachtende Parolen, oder "brauchen" wir diese radikalen Minderheiten geradezu um uns selbst, durch die Distanzierung (Denunziation) von ihnen, wieder als "gute" Deutsche sehen zu können.

Ist es nicht entwürdigend für die Opfer und ihre Angehörigen und beschämend für uns, daß wir unsere "Bestürzung" und unsere "Anteilnahme" immer nur dann zum Ausdruck bringen, wenn uns durch die Schandtaten vereinzelter Irrläufer der "passende" Anlaß dazu geboten wird.

Ich hoffe, daß die "Gattel-Stiftung" für möglichst viele Menschen auch und gerade alltägliche Anlässe bieten wird, sich an die Opfer der NS-Verbrechen zu erinnern und somit deren Andenken zu bewahren.

Ebenfalls hoffe ich, daß sie einen aktiven Beitrag dazu leisten kann, kulturelle Barrieren abzubauen, indem sie möglichst vielen Menschen dabei hilft, zu einem toleranteren und verständnisvolleren Umgang miteinander zu finden."

An das
Bürgerbüro
Dr. H.-J. Vogel
Schönstedtstr. 15
1000 Berlin 44

Berlin, den 11. März 1990

Gründung der "Gattel-Stiftung"

Sehr geehrter Herr Dr. Vogel, (...) Seite 2 bis 3

Stiftungserlös-Stiftungszwecke

Der Pachtzins, den die Bewohner der Prinzenallee 58 zukünftig an das Land Berlin zu entrichten haben, beträgt jährlich ca. 90.000. DM. Dieser Betrag stünde mithin der Stiftung nach einer Grundbuchübertragung als Stiftungserlös zur Verwirklichung ihrer Stiftungszwecke zur Verfügung.

Der Stiftungserlös sollte jedes Jahr in wechselnder Folge einer oder mehreren kulturellen Minderheiten überantwortet werden.

Der jeweilige Empfänger verwendet die Mittel vorrangig dazu, Veranstaltungsreihen zu organisieren, deren Anspruch es sein sollte, auch Menschen, die einem anderen Kulturkreis angehören die eigene Kultur näher zu bringen.

Eine Veranstaltungsreihe sollte ca. zwei Monate dauern. Als Veranstaltungsorte kämen hauptsächlich dezentrale kleine Einrichtungen in Betracht (Nachbarschafts-, Kulturhäuser, Kinos, etc.), sodaß in einem "Programmaustausch" oder "-umlauf" die Veranstaltungen zwar zeitlich versetzt, jedoch in ganz Berlin stattfinden könnten.

Das Kuratorium

Besonders wirksam könnte die Stiftung im Sinne des Stiftungszwecks arbeiten, wenn es sich realisieren ließe, daß sich das Kuratorium aus Einzelpersonen oder Vertretern von verschiedenen, in diesem Bereich aktiven Gruppen oder Institutionen zusammensetzen würde.

- 3 -

Ein derartiges Kuratorium würde wahrscheinlich seine Aufgaben eher darin sehen, Sozial-Energie zu organisieren und nicht Handlungen.

Auf der Handlungsebene würde die jeweils geförderte Gruppe ihre eigenen Vorstellungen möglichst frei und unreglementiert durchführen.

Dies müßte in der Stiftungssatzung festgelegt werden.

Schritte zur Realisation der "Gattel-Stiftung"

1.    Zunächst müßte eine inhaltliche und politische Diskussion über die Ausformulierung der Stiftungssatzung zwischen den Vertretern verschiedener Gruppen, Initiativen und Institutionen stattfinden, um zu gewährleisten, daß die "Gattel-Stiftung" auch wirklich später im Interesse der Betroffenen wirksam wird. (...)

  1990-03-11_h-j-vogel.pdf [11 KB]
  1990-03-11_h-j-vogel.rtf [14 KB]