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zuletzt aktualisiert ar 
am: 29.02.2008  

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"Alles ist in uns selbst enthalten"
Meng Dse  

Kennen Sie dieses Alltagsphänomen?

Die Oliven sehen lecker aus und riechen auch so, - Sie haben das offene Glas in ihrer Hand und die Oliven sind schon zum Greifen nah - und dann das...!

olivenglas


Die Oliven treten in "Sitzstreik" und wenn sie erst mal festsitzen, dann tun sie das richtig!

Dieses Alltagsphänomen erinnert mich gelegentlich an die Schwierigkeiten mancher Ideen in die Welt zu gelangen.

Obwohl die Umsetzung dieser Ideen, vielfältige und positive Handlungsoptionen für die Mehrheit der betroffenen Menschen ermöglichen würde, scheinen sich wohl aus einem Verhältnis äußeren Drucks und innerer Befindlichkeiten gerade gegen innovative Ideen starke Widerstände aufzubauen.

Wie beim Olivenglas hilft da nur Geduld.

Schon geringe Veränderungen der "inneren Haltung" Einzelner und plötzlich gerät alles in Bewegung.

Was diese wechselseitige Veränderung dann eigentlich bewirkt hat, bleibt im Nachhinein oft rätselhaft.

Interdependenz muss genauso sehr als Ideal des Menschen gelten wie die Selbständigkeit.

Der Mensch ist ein soziales Wesen.

Gandhi    

Die Existenz der meisten wechselwirksamen Beziehungen tritt, wenn überhaupt, zumeist erst in Situationen des Scheiterns in unser (Alltags-)Bewusstsein. 

Das bekannteste Beispiel dafür ist wohl die Selbstwahrnehmung unserer Gesundheit. Häufig müssen erst Probleme auftreten, damit wir lernen ihr die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Zwar hört man immer wieder, man solle die Krise als Chance für einen Neuanfang begreifen. 
Es kostet viel Zeit und Kraft, einen Ausweg aus der Krisensituation zurück zur stabileren Ausgangslage zu finden.

Auch wenn man am Ende um die Erkenntnis reicher ist, dass ein Fehler gemacht wurde, verschafft dies noch keine Erkenntnis darüber, welche alternativen Hypothesen oder Strategien stattdessen erfolgreicher gewesen wären.

Anstatt Zeit, Geld und soziale Energien innerhalb von Krisensituationen zu verbrauchen, läge es näher, in den Aufbau institutionalisierter, politischer Handlungsrahmen zu investieren, um der Gesellschaft evolutionäre, also dialogische, soziale und interaktive, also fehlerfreundliche und kreative Wahrnehmungs-, Lösungs- und Handlungsstrategien zu ermöglichen. 

Die "evolutionären" Verhältnisse unter denen sich Menschen als soziale Wesen zu entfalten vermögen, sollten von ihnen kontrollierbar und gestaltbar sein. Strukturen in denen wir uns als "fremdbestimmt" erleben,  befremden uns und provozieren innere Ablehnungshaltungen.

Das von den "Eliten" der Wirtschaft inszenierte Ränkespiel zwischen Lobbyisten, wie Beratern und der Politik läuft an den Interessen der schweigenden Mehrheit vorbei.

Allenfalls, wenn es mal wieder ein bisschen zu bunt getrieben wurde und zu eklatant gegen allgemeine Bürger-Interessen verstoßen wurde, werden Probleme "nachsorgend" in den Medien kritisch thematisiert.

Über "die da oben" nur zu meckern und bei Wahlen "Denkzettel" zu verteilen, kann zwar emotional entlasten, wird die "Krisensituation" jedoch nicht gerade abschwächen.

Welche Erwartungen kann man bezüglich der Entwicklung einer Gesellschaft hegen, in welcher der Staat einen großen Teil seiner Bürger durch "sub-optimale Reformen" permanent unter Stress und Angst setzt? 

Viele Bürger empfinden sich durch den Staat in eine Art "Rückzugsgefecht" verwickelt.

Zur erfolgreichen Verteidigung der schwindenden (Über-) Lebenschancen sollte jedoch ein Mindestmaß an "Waffengleichheit" bestehen damit "Frustration" nicht zur Grundbefindlichkeit der Gesellschaft wird.

Zwar darf der Bürger alle vier oder fünf Jahre seine "Stimme abgeben", wird jedoch zwischenzeitlich zum Schweigen verurteilt und in einer Art "politischem Wachkoma" gehalten.

Welches sind die Voraussetzungen dies zu ändern?

Zunächst müssten sich Menschen finden, die bereit sind Verantwortung und Führung für gesellschaftliche Entwicklungsprozesse und den Aufbau der dafür erforderlichen institutionellen Rahmenbedingungen zu übernehmen, beispielsweise durch die Gründung einer Bürgerstiftung für Berlin Mitte.

Der Anspruch an diese Menschen ist gewissermaßen ein "übermenschlicher". Einerseits sollten diese Menschen in der Lage sein sich so gut zu artikulieren und zu organisieren, dass sie genügend Durchsetzungsmacht und -vermögen haben (Emowerment), um sich zu "institutionalisieren".
Andererseits müssten Sie zugleich in der Lage sein, ihre eigene Macht in den Dienst einer (noch) "schweigenden Mehrheit" zu stellen, die nur dann lernen kann ihre Interessen selbst zu formulieren, wenn ihnen dies  nicht durch die "Anwaltschaft" der "Vorkämpfer" auf Dauer abgenommen wird. 

Um die politische "Verkehrsformen" der Bürger untereinander zu regeln,  wäre alleine schon die sinngemäße Übertragung des §1 der Straßenverkehrs-Ordnung  (StVO) hilfreich.

       §1 Grundregeln

 (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige
Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

 (2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass
kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird.

Auch an den Artikel 4 der französischen Erklärung der Menschen-  und Bürgerrechte von 1789 könnten wir uns als Bürger bei passender  Gelegenheit erinnern (lassen).

"Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können,
was einem anderen nicht schadet"

Auch etwas nicht zu tun, kann eine Handlung sein.

Wenn die Parteien nicht bereit sind, ihrerseits ihrem  Verfassungsauftrag nach Artikel 21 GG 
"Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit"  dadurch nachzukommen, dass sie das, nach dem jeweiligen "Stand der Technik" am besten geeignete Verfahren zur Willensbildung auch als Standard in der Praxis anwenden, wird dieser Verfassungsauftrag durch die "Macht der faktischen Unterlassung" unterlaufen.
Es ist daher die Aufgabe der Bürger - ja, sogar ihr Verfassungsauftrag - nach Ansätzen zu suchen, wie diese weit aufklaffende  "Willensbildungs-Lücke" zwischen Bürgern und Parteien wieder geschlossen und Vertrauen wieder zurück gewonnen werden kann.

Ohne die Instrumente, der zivilgesellschaftlichen Selbstorganisation zur Ermöglichung öffentliche Diskurse, die nicht krisen-, sondern erfolgsgesteuert sind,  werden die Interessen der Mehrheit der Bürger unberücksichtigt bleiben und gesellschaftliche Lernprozesse mühsam und schmerzhaft. 

Die Voraussetzungen zu schaffen, für einen verbesserten Dialog zwischen Staat und Bürger, ist ein notwendiger Schritt zu mehr zivilgesellschaftlicher Verantwortungsübernahme durch die Bürger (und zur Entlastung des Staates).

Ehrenamtliches Engagement steht im Spannungsfeld zwischen  Bürgerengagement und  "Bürgerbeteiligung" und kann erst an Prestige gewinnen, wenn der eigenverantwortliche Bürger mitentscheiden und selbstverantwortlich agieren kann.

Zurzeit verheißt schon der Sprachgebrauch wenig Gutes, dessen sich der Staat bedient, um sich des Bürgers beim Projekt "Zivilgesellschaft", zu bedienen. 
Wenn früher für "heldenhafte" Militäreinsätze  "Freiwillige vor" treten sollten, ging es dabei meist um Himmelfahrt-Kommandos.

Die Links, links oben, verweisen auf Projekt-Vorschläge mit Entwicklungs-Perspektiven die die Handlungs- und Selbstorganisations-Möglichkeiten von zahlreichen Bürgern in bisher ungeahnter Weise erweitern werden. 

Gesucht werden die Initiativ-Bürger, die bereit sind, die vorbereitenden Strukturen zu entwickeln und für möglichst viele Menschen nutzbar zu machen.

Sobald sich die jeweiligen Initiativ-Bürger-Gruppen für die verschiedenen  Projektbereiche gefunden haben werden, die weder Angst vor der eigenen Zivilcourage noch vor neuen "bahnbrechenden Ideen" haben, sollte der (schrittweisen) Umsetzung einer lernfähigen, kooperativen, problemlösungsorientierten, "Bürgergesellschaft", nichts Wesentliches mehr im Wege stehen.

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!" (Erich Kästner)